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Impulskontrolle bei Hunden: Übungen, die helfen, den Hund in stressigen Situationen zu beruhigen

  • Autorenbild: Wanda
    Wanda
  • 29. Dez. 2025
  • 3 Min. Lesezeit

Impulskontrolle ist eine der wichtigsten Fähigkeiten, die ein Hund lernen kann – besonders in stressigen oder aufregenden Situationen. Ein Hund, der über eine gute Impulskontrolle verfügt, kann in Momenten der Aufregung oder Überforderung ruhig bleiben, auf Signale des Halters reagieren und somit besser in den Alltag integriert werden. Ob beim Spaziergang, im Training oder bei Begegnungen mit anderen Tieren und Menschen – eine starke Impulskontrolle trägt entscheidend dazu bei, den Hund und seinen Besitzer zu einem harmonischen Team zu machen.

In diesem Artikel gebe ich dir praktische Übungen an die Hand, mit denen du die Impulskontrolle deines Hundes trainieren und ihn so in stressigen Situationen besser beruhigen kannst.



1. „Warten“ vor dem Futter

Eine der einfachsten, aber sehr effektiven Übungen, um die Impulskontrolle zu fördern, ist das „Warten“ vor dem Futter. Gerade Hunde, die mit viel Energie oder in stressigen Situationen schnell aufgeregt sind, müssen lernen, ihre Ungeduld zu zügeln.


Übung:

  • Stelle den Napf mit dem Futter vor deinen Hund.

  • Sobald dein Hund sich darauf stürzt, entferne den Napf sofort wieder.

  • Warte, bis er wieder ruhig wird, bevor du den Napf erneut absetzt.

  • Der Hund sollte warten, bis du ein Signal gibst, bevor er fressen darf (z.B. „Okay“ oder „Fress“).

Diese Übung stärkt nicht nur die Impulskontrolle, sondern lehrt den Hund auch, geduldig zu sein und abzuwarten.



2. „Sitz“ und „Platz“ in Ablenkung

Ein Hund, der in stressigen Momenten in der Lage ist, auf einfache Kommandos wie „Sitz“ oder „Platz“ zu hören, zeigt eine hohe Impulskontrolle. Du kannst diese Übungen schrittweise steigern, indem du Ablenkungen einbaust.


Übung:

  • Übe zunächst in ruhiger Umgebung das „Sitz“ und „Platz“.

  • Sobald dein Hund diese Kommandos sicher beherrscht, fange an, in ablenkungsreichen Umgebungen zu üben (z.B. im Park, bei Besuch, beim Hundetraining).

  • Baue dabei langsam Stressfaktoren ein, z.B. ein anderes Hundespielzeug oder das Klappern von Töpfen.

  • Belohne den Hund nur, wenn er ruhig und auf dem Platz bleibt, auch wenn Ablenkung da ist.

Indem du deinem Hund beibringst, auf diese Signale zu hören, lehrst du ihn, in schwierigen Situationen ruhig zu bleiben und nicht impulsiv zu reagieren.



3. „Impulskontrolle beim Freilauf“

Viele Hunde zeigen in freier Wildbahn – sei es beim Freilauf oder beim Spaziergang – impulsives Verhalten, wie zum Beispiel Hetzen, Jagdtrieb oder ständiges Ziehen an der Leine. Um deine Impulskontrolle zu fördern, kannst du eine Übung durchführen, bei der du deinen Hund kontrolliert freilaufen lässt.


Übung:

  • Lass deinen Hund an einem sicheren Ort ohne Leine laufen (z.B. im eingezäunten Bereich oder bei ruhigen Spaziergängen ohne viel Ablenkung).

  • Rufe deinen Hund immer wieder zu dir und fordere ihn auf, zu dir zu kommen (z.B. mit „Komm!“ oder einem anderen Rückrufkommando).

  • Achte darauf, dass du ihn immer belohnst, wenn er impulsiv auf deinen Rückruf reagiert und sich sofort zu dir bewegt.

  • Gradualisiere diese Übung, indem du ihn schrittweise in anderen, ablenkungsreicheren Situationen üben lässt.

Diese Übung hilft, die Impulskontrolle deines Hundes zu schulen, da er lernt, auf dein Kommando zu hören, anstatt seinem eigenen Instinkt zu folgen.



4. „Achtung, Stillstand“ in stressigen Momenten

Hunde reagieren oft impulsiv, wenn sie aufgeregt sind – sei es bei lauten Geräuschen, anderen Hunden oder bei neuen, spannenden Eindrücken. Ein gezieltes Training, bei dem der Hund lernt, in solchen Momenten still zu bleiben, ist entscheidend.


Übung:

  • Gehe mit deinem Hund an einem ruhigen Ort spazieren, an dem er sicher sein kann (idealerweise mit wenig Ablenkung).

  • Beginne, in verschiedenen Situationen zu stoppen (z.B. beim Hören eines lauten Geräusches oder beim Erblicken eines anderen Hundes).

  • Fordere deinen Hund durch ruhige, feste Kommandos dazu auf, ruhig zu bleiben (z.B. „Achtung“ oder „Still“).

  • Belohne ihn, wenn er ruhig bleibt und nicht in den Impuls verfällt, sofort weiterzujagen oder zu bellen.

Diese Übung stärkt nicht nur die Impulskontrolle, sondern gibt deinem Hund auch Sicherheit in herausfordernden Situationen.



5. „Beruhigung durch Position“

Das Training der Impulskontrolle kann auch durch spezifische Körperpositionen des Hundes erreicht werden. Ein ruhiges Sitzen oder Liegen in einem bestimmten Bereich kann dazu führen, dass der Hund in stressigen Situationen ruhiger wird.


Übung:

  • Bestimme einen bestimmten Platz, an dem dein Hund immer ruhig liegen soll (z.B. ein Kissen, eine Decke oder ein Bereich im Raum).

  • Bringe ihn in diese Position und belohne ihn für das ruhige Verbleiben.

  • Integriere das Training in den Alltag: Wenn der Hund in einer stressigen Situation „auf seine Position“ geschickt wird, kann er lernen, dort ruhig zu bleiben, bis du ihm etwas anderes sagst.



Fazit

Die Impulskontrolle ist ein zentrales Element für ein harmonisches Zusammenleben von Hund und Halter, besonders in stressigen Situationen. Durch konsequentes und geduldiges Training kannst du deinem Hund helfen, in herausfordernden Momenten ruhig zu bleiben und impulsive Reaktionen zu vermeiden. Indem du Übungen wie „Warten vor dem Futter“, „Sitz“ und „Platz“ in Ablenkung sowie das ruhige Verhalten im Freilauf trainierst, wirst du feststellen, wie sich das Verhalten deines Hundes kontinuierlich verbessert.

Denke daran: Die wichtigste Zutat in diesem Trainingsprozess ist Geduld – sowohl mit deinem Hund als auch mit dir selbst. Viel Erfolg bei der Umsetzung!

 
 
 

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